Direkttonermethode

Die Direkttonermethode zum Platinenätzen, wie sie auf der Webseite von Thomas Pfeifer beschrieben ist, funktioniert verblüffend einfach. Die Idee: Der Toner eines Laserdruckers ist säureresistent und kann damit statt dem Fotoresist beim Ätzen einer Platine verwendet werden. Der große Vorteil dabei ist, dass man sich die zusätzlichen Schritte des Belichtens und Entwickelns des Fotolacks erspart.

Man druckt das spiegelverkehrte Layout mit einem Laserdrucker auf eine Katalog- oder Zeitschriftenseite (Conrad oder alte ct-Zeitschriften eignen sich perfekt). Dieses Papier ist erstens sehr dünn und löst sich leicht im Wasser auf (später wichtig) und es ist sehr glatt, sodass der Toner nicht vom Papier aufgesogen wird, wie das normalerweise der Fall wäre. Anschließend nimmt man eine kupferkaschierte Platine ohne Fotoresist und bügelt das ausgedruckte Layout drauf. Durch die große Hitze des Bügeleisens wird der Toner wieder flüssig und bleibt auf dem Kupfer haften. Die Katalogseite klebt dann auf der Platine. Deshalb wird diese in warmes Wasser mit etwas Spülmittel eingelegt und das Papier beginnt, sich aufzulösen. Das kann man dann einfach mit den Finger runter reiben. Dieser Schritt muss sehr gründlich gemacht werden, damit keine kleinen Fasern hängen bleiben und den Ätzprozess verschlechtern. Man sollte keine Angst haben, den Toner von der Platine zu kratzen. Gut aufgebügelter Toner lässt sich nicht mal mit dem Daumennagel entfernen. Zu guter Letzt wird die Platine in das Ätzbad gegeben und man hat die Platine innerhalb von 7 Minuten vor sich liegen. Unglaublich geniale Idee! Man erspart sich teure Overheadfolie und den UV-Flachbettscanner zum Belichten und den Entwickler. Platinen ohne Fotoresist sind auch billiger. Hier ein Foto des ersten Testergebnisses ohne Ätzung. Leider staute sich das Papier immer vor der Fixiereinheit im Laserdrucker. Es wird später sowieso ein schärferer Laserdrucker getestet. Aber die Methode funktioniert überraschend gut!

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Mit einem aufgebohrten Foliergerät bzw. Laminator lässt sich das noch weiter perfektionieren. Man braucht nur eine Temperaturregelung für etwas höhere Temperaturen und muss eventuell die maximale Dicke für eine Platine anpassen. Mehr dazu in diesem Artikel von Thomas Pfeifer.

Zu guter Letzt eine kleine Rätselaufgabe: What is it?

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It’s fantastic! Mehr dazu und die Auflösung gibt es hier.


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