Dec 8 2009

Kapuzzmaschin’

Habe vor kurzer Zeit ein Kurzvideo erstellt über den Bauprozess einer Fantasie-Maschine aus zwölf zufälligen Haushaltsartikeln den so genannten Kapuzzeln. Hier das Video:

Das gesamte Videomaterial wurde mit einer Spiegelreflexkamera, der Canon EOS 500D, an einem Abend im Zeitsparwerk Wörgl aufgenommen. Diese hat auch eine Videofunktion mit 30fps bei 720p und unzumutbare 20fps bei 1080p.

Die Musik wurde freundlicherweise von Pete Edwards zur Verfügung gestellt, welcher mit seinen selbst gebauten Synthesizern ein ganzes Album aufgenommen hat. Auf seiner Webseite gibt es Schaltpläne zum Drone-Lab und viele Anregungen zum circuit-bending. Besucht also unbedingt casperelectronics.com

Die einzelnen Kapuzzel wurden auf der Drehplatform, die ursprünglich als Platform für ein Fotografiestativ gebaut wurde. Damit sind Zeitrafferaufnahmen mit gleichzeitiger Kamerarotation möglich. Nähere Infos gibt es dazu bald in einem eigenen Artikel in der Elektronik Sektion.

Die Zeitrafferaufnahmen im Video wurden durch Auslösen der Kamera über USB vom Laptop aus in 10 Sekunden Intervallen aufgenommen. Dies hat den Vorteil, dass die Fotos gleichzeitig auf den PC übertragen und dort abgespeichert werden können. Somit läuft die Speicherkarte bei den 1500 Fotos nicht gleich voll. Die Ansteuerung erfolgt im Linux mit gphoto2 recht unkompliziert mit dem Befehl:

gphoto2 --set-config capture=on -F 1 -I 1 --capture-image-and-download

Mit dem Parameter -F kann man die Anzahl der Fotos und mit -I die Intervalllänge einstellen. In meinem Fall übernimmt ein selbst geschriebenes Programm für die Ansteuerung der Drehplatform den periodischen Aufruf von gphoto, weshalb immer nur ein Foto gemacht wird.

Man muss bei großen Zeitabständen zwischen den Fotos sicherstellen, dass der Auto-Standby der Kamera deaktiviert wirde. Damit die Kamera dann aber nicht zuviel Strom verbraucht, empfiehlt es sich, mit einem Klebeband den Abstandssensor oberhalb des Displays abzukleben. Dieser Sensor misst, wenn man sich mit dem Gesicht dem Okular nähert und deaktiviert automatisch das Kameradisplay. Damit war es möglich, mit einem einzigen Kameraakku fast 5 Stunden durchgehend zu fotografieren.


Jul 23 2009

Blitz in slow-motion

Zufällig auf youtube entdecktes Video von einem Blitzeinschlag in super-slow-motion aufgenommen mit mehreren tausend frames pro Sekunde. Das Video zeigt Details eines Blitzeinschlags, von denen man nicht einmal geträumt hat.

In diesem Moment braut sich über Innsbruck ein ungewöhnlich heftiges Gewitter zusammen. Ich muss so schnell wie möglich die Blitzauslösung für meine DSLR-Kamera basteln, genauere Infos folgen noch.


Jun 27 2009

HV30 Flip Hack

Vor einiger Zeit habe ich einem Kollegen einen Flip Switch in seine HDV-Kamera HV30 von Canon eingebaut. Bei der Verwenung eines 35mm-Adapter bietet dieser Schalter die Möglichkeit, das Bild im Kameradisplay horizontal und vertikal zu spiegeln. Dadurch steht das Bild, das durch den Adapter auf dem Kopf steht, wieder aufrecht. Mehr zu dem Hack findet ihr auf der Flip-Hack-Seite.

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Beispielmaterial mit einem 35mm Adapter und einem 135mm 1:2.8 und 50mm 1:1.4 Objektiv


May 11 2009

Herr der Ringe – Fan Movie

Seit dem 3. Mai 2009 gibt es den Herr der Ringe Fanfilm “The Hunt for Gollum” im Internet gratis als Download. Eine größere Handvoll Briten aus North Wales haben innerhalb von zwei Jahren einen Kurzfilm gedreht, der sich sehen lassen kann und in dem viele Elemente aus dem “richtigen” Herr der Ringe ähnlich professionell umgesetzt wurde. Von richtig gruseligen Orks und Nazgul, über einen stark kämpfenden Aragorn zusammen mit Gandalf und natürlich mit Gollum sind alle Hauptcharaktere eines Projekts im Herr der Ringe Universum vertreten. Sehr gelungen finde ich dabei die besonders schwierige Umsetzung der Gollum-Szenen. Zusammen mit Kamerafahrten über malerische Landschaften und fesselnder, selbst komponierter Musik wurden alle für die HdR-Stimmung notwendigen Elemente mit kleinem Aufwand nachgestellt. Und das Beste dabei ist, es funktioniert! Der Film ist nicht etwa ein billiger Abklatsch, den ein paar Jugendliche mal schnell am Wochenende gedreht und geschnitten haben, sondern es handelt sich dabei um eine durchdachte und genau geplante Produktion. Vor lauter Professionalität darf man dabei aber nicht die Motivation der Filmemacher vergessen: Spaß am Drehen! Das merkt man auch an den im Abspann eingefügten Outtakes bzw. Behind the Scenes.
Schaut euch also den Film an und lasst euch inspirieren, wenn ihr nicht schon selbst am Filmdrehen seid! www.thehuntforgollum.com

Hier gibt es den zweiten Trailer zum Film:

Es freut mich sehr, immer mehr semi-professionelle und teils sehr aufwendige Privatproduktionen zu sehen. Es gibt immer mehr Leute, die sich ihre eigenen Kinofilme produzieren und das völlig umsonst!


Mar 24 2009

Von der Diagonale

An dieser Stelle gibt es einen kurzen Bericht von der Diagonale 2009 in Graz. Wir besuchten das Festival des österreichischen Films drei Tage lang, vom 18. bis 20. März. Das Programmangebot war üppig, unser Hauptaugenmerk lag ganz klar auf Experimental-, Kurz- und Animationsfilmen. Wie das bei Experimentalfilmen so ist, waren natürlich ein paar Filme dabei, bei denen die größte Aufmerksamkeit dem schon fast lang ersehnten Schluss galt. Auf der anderen Seite gab es schon eine handvoll sehr inspirierender Arbeiten zu sehen.

Ganz spontan fällt mir dabei der Film distorted areas~ 0.1 von Manuel Knapp ein. Auf dessen Webseite www.manuelknapp.com gibt es übrigens guten noise-Sound zum vorsätzlichen Vergraulen der Lautstärke-empfindlichen Nachbarn.

Erste Bekanntschaften konnte ich auch mit den Werken von der Künstlerin Mara Mattuschka machen. Ihr aktueller Experimentalfilm burning palace zeigt vier Personen einer Tanzgruppe, die sich in einem Hotel diversen Regungen im erotischen Sinn hingeben und durch merkwürdige, scheinbar unmögliche Bewegungen zum Ausdruck bringen. Die dabei erzeugten Geräusche der Tänzer und Tänzerinnen werden geschickt in ihrer Geschwindigkeit verändert und ergänzen das Video auf eine ganz eigenartige Weise. Der Kurzfilm erinnerte mich von der Albtraumhaftigkeit her stark an erste Arbeiten von David Lynch.

Sehr erwähnenswert ist auch der Kurzdokumentarfilm home.movie von Martin Bruch. Auch dieser hat eine eigene Webseite unter www.martinbruch.eu. Martin Bruch ist im Jahr 1990 an Multiple Sklerose erkrankt und seitdem an den Rollstuhl angewiesen. Zur Erleichterung des täglichen Lebens ließ der Filmemacher in seiner Wohnung ein “Deckenmontieres Hebesystem” installieren. Dieses Schienensystem ermöglicht Martin, in einer Art Klettergeschirr und mit einem Elektromotor angetrieben durch seine gesamte Wohnung zu fahren. Trotz Behinderung sind Stellen auch bis knapp unter die Zimmerdecke für ihn erreichbar. Ein geniales System! Genauso genial ist sein Kurzfilm, der von diesem Hebesystem handelt. Durch Einstellungen aus der Perspektive des Rollstuhlfahrers wird dem Betrachter gezeigt, wie schwer und anstrengend ganz alltägliche Sachen sein können. Kurze Zeit später erfährt man, um wieviel leichter diese Dinge werden, wenn man durch den Hebelift quer durch die ganze Wohnung fahren kann. Der Film lädt zur Reise in die Wohnung Martin Bruchs ein. Sehr spannend und faszinierend.

Das beste am ganzen Filmfestival war natürlich unser freier Eintritt zu jeder Vorstellung, weil unser Western McFinnen und Wallace den Publikumspreis beim film:riss 08 gewonnen hat.

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Im Schubert Kino, direkt in der Altstadt mit zwei Kinosälen, gibt es ein Film-Transportsystem von einem Vorführraum in den anderen. Dabei läuft der Film durch das Cafe im Kinovorraum und durch die Decke in den Keller, bis er schließlich durch einen Schlitz in der Betonwand in den Vorführraum gelangt. Das bedarf natürlich ein paar Fotos:

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Und weil man auch schon in Graz war und bei der Suche nach einem Restaurant bzw. Cafe an Neuhold Elektronik vorbeigelaufen ist, musste man da bei einem kurzen Besuch auch gleich zwei fette Elkos kaufen. Jeweils 0,5F bei 15V, das fetzt. Wakalixes!

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Jan 27 2009

Rechnen mit Stil

Wie haben die Leute gerechnet, bevor elektrische Maschinen erfunden wurden? Mit nem Abakus rechnen galt schon im 17. Jahrhundert als altmodisch und es begann das Zeitalter der mechanischen Rechenmaschinen. Ende des 19. Jahrhunderts konstruierte der Schwede Willgodt Theophil Odhner die Sprossenradmaschine. Genau solch ein Modell habe ich vor kurzem um ca. 260€ bei ebay über den Ladentisch gehen sehen.

Genug der tollen Worte viel interessanter ist die Sprossenradmaschine in Aktion beim Quadratwurzelziehen. Man beachte das akkustische “Ding” beim Drehen des Hauptrades.

Eine ganz witzige Erklärung der Funktionsweise gibt’s hier:

Besucht auch die Webseite über historische Rechenmaschine auf retrocalculators.com


Jan 24 2009

McFinnen und Wallace

Der Amateurspielfilm “McFinnen und Wallace” ist unser zweites Hobbyprojekt eines Westerns, gefilmt von einer handvoll Studenten aus dem Raum Tirol. Produziert wurde der Film von der Black-Silver-Cinema Crew innerhalb ca. 1,5 Jahren. Es waren etwa 60 Leute an diesem doch sehr umfangreichen Projekt beteiligt und alle arbeiteten freiwillig und motiviert an den insgesamt 19 Drehtagen.