Grafikkarte backen
Grafikkarte im Backrohr backen
Das “Business”-Notebook von HP Modell nx7000 hat einen schwerwiegenden Designfehler. Die Bolzen, auf denen die Grafikkarte (eine ATI mobility radeon 9000) aufliegt, sind um einiges zu kurz bemessen. Dabei fehlt es um mehr als 0,5mm. Dadurch wird die Grafikkarte durch die Befestigungsschrauben stark verbogen. Im Betrieb erwärmt sich die Karte und die Spannung in der Grafikkarte nimmt zu. Irgendwann werden sich die Lötstellen des Grafikprozessors unter der ständig schwankenden Biegung von der Platine lösen und einen Wackelkontakt verursachen. Unter Umständen könnte auch eine Leiterbahn unterbrochen werden.
In diversen Foren ist dieser Fehler hinläufig bekannt, www.nx7000.de. Viele User fürchten sich davor, weil das Versagen der Grafikkarte unerwartet und natürlich außerhalb der Garantiezeit auftritt. Ich wurde ganze drei Jahre davor verschont. Aber eines Tages blieb der Bildschirm beim Starten einfach dunkel. Sanfter Druck auf die Tastatur, besonders im Bereich der Grafikkarte, vermochte das Notebook mit einer Anzeige starten zu lassen. Jedoch war ein baldiger Absturz wegen dem Wackelkontakt vorherzusehen.
Also musste eine Lösung gefunden werden. Neuer Laptop – zu teuer, neue Grafikkarte – zu teuer, Reparatur von HP – zu teuer, selber reparieren – ideal. Nach dem positiven Erfahrungsbericht zum “Backen der Grafikkarte” ist die Lösung mit dem gewissen Bastler-Reiz gefunden: Grafikkarte ausbauen, währenddessen das Backrohr auf 200ºC Ober- und Unterhitze vorheizen, Aufkleber und Wärmeleitpaste sorgfältig entfernen, Karte an Schrauben befestigen, 5 Minuten auf mittlerer Schiene ins Backrohr, vorsichtig herausnehmen, abkühlen lassen und diesmal mit Beilagscheiben wieder einbauen. Die Beilagscheiben werden am besten mit einem Tropfen Sekundenkleber an den Bolzen befestigt, sonst verrutschen sie beim Zusammenbauen des Notebooks. Ergebnis: Backrohr riecht ein wenig nach Elektronik, Notebook zwar insgesamt vier mal komplett auseinander genommen aber alles funktioniert soweit und vor allem ohne Wackler. Die Aktion war ein voller Erfolg!
Übrigens: Wenn man bei HP diese jenige Grafikkarte als Ersatzteil kauft, muss man zuvor die defekte einsenden. Auf der neuen Karte ist der Chip zusätzlich mit Harz auf der Platine befestigt. HP wird doch nicht die eingeschickten Grafikkarten auf die gleiche Weise reparieren, oder doch? Beim eigenständigen Einbau aber die präventiven Beilagscheiben nicht vergessen. Warum hat HP die nicht gleich eingebaut?
Die Tastatur wird abgenommen, erster Blick auf die Innereien.
Dem Anfangs sanften Druck musste später mit einem Schraubenzieher an bestimmten Stellen nachgeholfen werden.
Display und Abdeckung werden komplett entfernt – jetzt wirds interessant. 
Grafikkarte ist ausgebaut und die vier Bolzen sind lokalisiert. 
Den Aufkleber und die Wärmeleitpaste sauber abwischen. Brennspiritus hat beim Kleber geholfen. 
Jetzt wird die Grafikkarte auf vier umgedrehten Schrauben montiert. 
Damit genügend Abstand zum Boden ist und man die Karte auch gut von der Seite greifen kann. 
Ab in den vorgeheizten Backofen. 5 Minuten sollten reichen. 
Beim Herausnehmen aufpassen, dass man nirgends anstoßt, sonst sind die Bauteile verschoben oder ganz weg. Abkühlen lassen – fertig. 
Die Beilagscheiben passen perfekt. 
Diese werden aber noch mit Sekundenkleber fixiert, damit sie beim Zusammenbauen nicht verrutschen. 


